Wenn du hier gelandet bist, kennst du dich wahrscheinlich schon mit SIBO, IMO &Co. aus. Um dir zu zeigen, dass es einen Weg gibt, der durch dieses Labyrinth führt, nehme ich dich mit auf meine eigene Reise.
Kindheit
Ich wurde Anfang der 90’er in München geboren und hatte eine gute Kindheit. Ich liebte Essen (bis heute!), doch meine Bauchschmerzen begannen schon im einstelligen Alter. Ich erinnere mich an viele Nächte, in denen mir meine Mutter ein warmes Handtuch auf den Bauch legte, damit ich besser schlafen konnte. In meiner Familie waren Verdauungsbeschwerden jedoch so weit verbreitet (inzwischen ist klar, dass ich nicht die einzige IMO Kandidatin bin), dass meine häufigen Bauchschmerzen und meine Unverträglichkeit von engen Hosenbünden als „normal“ abgestempelt wurden. Gleichzeitig sammelte ich schon früh fleißig Diagnosen und Medikamente: Pollenallergie, Lippenherpes, Yersinieninfektion, Candidabefall – Antihistaminika, Antibiotika, Antimykotika.
Tweens und Teens
Mit 10 fing der Leistungssport bei mir an, dazu kamen starker schulischer Druck und auch mein eigener Perfektionismus. Zu meinen Bauchschmerzen gesellten sich Verstopfung, für deren Umgang ich durchaus kuriose Wege fand. Mit 12 infizierte ich mich mit dem Epstein-Barr-Virus, hierzulande besser bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber, und war einige Monate wirklich krank. Kaum verwunderlich, da es mein eh schon labiles Immunsystem wohl zusätzlich in Grund und Boden rannte.
Die darauffolgende Pubertät war nicht leicht, da mein Körper trotz des Leistungssportes erst in die Breite, dann in die Höhe wollte. In der Schule maß irgendeine „Ernährungsberaterin“ einen hohen BMI und ich erntete Blicke und Kommentare zu meinem Aussehen. Das Ergebnis: Unzufriedenheit mit meinem Körper; ca. 2 Jahre lang aß ich nur unregelmäßig, bis einige meiner Schulfreundinnen in Essstörungskliniken landeten. Da wurde mir plötzlich klar, worauf ich zusteuerte und normalisierte mein Essverhalten wieder. Glücklicherweise kam auch die körperliche Pubertät zum Ende und ich war seither sehr zufrieden mit meinem äußeren Erscheinungsbild. Auch meine gastrointestinalen Beschwerden gingen zurück, meine häufigen Candidabefälle blieben jedoch.
Übergang ins Erwachsenenalter
Als ich 2010 aufs Abitur zusteuerte, wurde es plötzlich wieder schlimmer. An einem Sommertag landete ich in der Notaufnahme, da ich es vor Schmerzen durch meinen Ballonbauch nicht mehr aushielt. Meine Eltern waren besorgt, die Ärzte ratlos. Es folgte eine Überweisung zu einem Gastroenterologen und dann endlich die erste Diagnose.: Akute Gastritis, Refluxösophagitis, Barrett-Ösophagus. Laut Facharzt alles behandelbar mit PPIs und ein paar kleinen Ernährungstweaks. So richtig erklärt wurde mir nichts, so richtig besser wurde es mit der Behandlung auch nicht (was auch nicht weiter verwunderlich war, denn die Kontrolle einige Jahre später ergab genau dieselben Diagnosen; heute alle in Remission). Eine Reise nach Australien folgte, bevor es mit dem Studium losging, und wie eigentlich bei allen Reisen machte mein Immunsystem schlapp und forderte eine Runde Antibiotika.
Über die kommenden Jahre vertrug ich Stück für Stück weniger Lebensmittel, darunter Laktosehaltiges und einige Obst- und Gemüsesorten, bekam Blähungen, Verstopfung und Schmerzen. Ich erinnere mich gut an die Fragen der Eltern meines damaligen Freundes, die ich immer wieder vor Herausforderungen stellte, wenn ich zum Essen dablieb. Aber ich lebte damit, akzeptierte, dass ich eben „so ein Mensch war“ und hatte meine Methoden und Safe Foods: Fleisch und Backwaren.
Meine UK-Zeit
Im Herbst 2015 begann mein Master in England und damit zunächst eine sehr schöne Zeit. Ich fand quasi am ersten Abend meine Clique und ein Jahr lang futterten wir uns durch die britische Küche, die meiner Meinung nach ganz zu Unrecht als „geschmacksfrei“ verurteilt wird. Ich erinnere mich nur an wenige Beschwerden, sogar Knoblauch und Zwiebeln waren plötzlich okay.
Ein Jahr später begann meine praktische Psychotherapie-Ausbildung in einem anderen Teil der UK, was bedeutete, dass ich meine Freunde zurückließ und insgesamt auf eine ziemlich harte Zeit zusteuerte. Aber ich powerte weiter, da ich mir diesen Weg schließlich selbst ausgesucht hatte und keine Alternative sah. Damals bekam ich auch immer wieder Herzrasen, ein 24h EKG ergab nichts (heute weiß ich, dass Herzrasen nicht nur durch Angst, sondern auch durch einen Blähbauch ausgelöst werden kann).
Ein Lichtblick war die beginnende Beziehung mit meinem heutigen Mann, doch das erste Jahr Fernbeziehung über knapp 9000 km Entfernung und 8 h Zeitverschiebung waren heftig. Meine Symptome und Unverträglichkeiten nahmen wieder zu und verbesserten sich auch nicht nachdem wir ein Jahr später zusammenzogen. Er war der Erste, der meine Beschwerden wirklich mitbekam, kreative Gerichte mit mir erschuf und mich tröstete, wenn ich einmal wieder vor Schmerzen und Verzweiflung heulend auf dem Sofa lag. Das UK-System kannte damals nur „Lüften gegen die Schimmelsporen“, „Wind-Ex“ und die FODMAP Diät. Das half alles wenig, also schaltete ich wieder auf „Aushalten“, reduzierte die Diversität meiner Lebensmittel, fror auch bei 20 °C und war ständig erkältet. Trotz allem war ich ständig hungrig und Essen abzulehnen war unmöglich für mich.
Zurück in Deutschland
Mit Post-Brexit-Wirrwarr und Covid-19 im Schlepptau, ging es zurück nach Deutschland und ich begann in einer teilstationären Psychosomatischen Klinik zu arbeiten. Während andere ins Homeoffice geschickt wurden, behandelte ich Patient:innen vor Ort. Zudem kam der Stress mit dem bis heute andauernden Bürokratie-Terrors, der einen als internationales Ehepaar in Deutschland erwartet.
Zurück im deutschen Kranken-äh-Gesundheitssystem startete ich einen neuen Anlauf und suchte mir eine neue Gastroenterologin. Diese bemühte sich, führte einen Ultraschall, einen Fruktose-Atemtests und eine klassische Spiegelung durch und ordnete ein Dünndarm MRT an. Zur bekannten Refluxösophagitis gesellte sich nun eine Cardiainsuffizenz (beide heute in Remission), doch es ergaben sich keine Darm-spezifischen Diagnosen. Die Ärztin vermutete einen Reizdarm und sprach den bekannten Satz: „Das ist wahrscheinlich alles psychosomatisch!“ (Tatsächlich wird das Reizdarmsyndrom häufig noch als psychosomatische Erkrankung angesehen, doch inzwischen wissen wir, dass es sich um eine Darm-Hirn-Achsen-Störung und im Falle des postinfektiösen Reizdarmsyndroms sogar um eine Autoimmunerkrankung handelt.) Ich fühlte mich mal wieder übergangen und nicht ernst genommen, doch fügte mich meinem Schicksal. Zu dem mir bekannten Frieren gesellten sich nun auch noch chronische Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich (heute weiß ich, dass auch diese durch meine Probleme in Darmtrakt hervorgerufen wurden).
An anderer Baustelle wurden meine Pollenallergie immer extremer und ich hatte die Hoffnung, dass durch eine Hyposensibilisierung potenzielle Unverträglichkeiten auch wieder weniger würden. Diese Entscheidung beförderte mich kurze Zeit später in die Notaufnahme. So lag ich, 2. Covid-Lockdown sei Dank, für ca. drei Stunden auf dem zugigen Flur des Krankenhauses bis das Cortison meinen Allergieschock kurierte. Zurück in der Praxis meines Allergologen wurde die Dosis drastisch reduziert und er betrachte mich für die nächsten Jahre als Extrempatientin, die er als Fallstudie seinen Kollegen vorstellte.
Sh*t hits the fan
… und das in diesem Fall wörtlich, denn 2022 zog ich mir in der Türkei eine Lebensmittelvergiftung zu. Nachdem die Akutphase abklang, gab es keine merkliche Veränderung; ein Vorteil, wenn das Magen-Darm-System schon darauf eingestellt ist in Extremzuständen zu arbeiten. Ich beschränkte mich also weiterhin auf die wenigen bekömmlichen Lebensmittel und mein Körper ackerte fleißig weiter…so gut er eben konnte.
Und dann rückte plötzlich mein Mann vor und beschrieb wie viele Sorgen er damit habe, dass ich mittlerweile fast gar kein Obst und Gemüse mehr aß. Ich brach in Tränen aus und merkte zum ersten Mal wie stark meine Angst war: Meine Angst vor Lebensmitteln, meine Angst vor Schmerzen, wenn ich sie essen würde und meine Angst für immer mit diesen Einschränkungen zu leben, statt Essen genießen zu können. Ich startete den Versuch mehr Gemüse zu integrieren und biss die Zähne zusammen, wenn Symptome mich überrollten. Ich lebte mit chronischen Schmerzen, weiter Kleidung und meiner Travel-Wärmflasche, denn in dieser Zeit war ich beruflich viel unterwegs.
Doch dann passierte etwas Gutes: Ich erlitt eine weitere Lebensmittelvergiftung. Die Nachwirkungen dieser waren so vehement, dass sie mich in den Aktivismus stürzten: Ich wälzte Studien und Internetforen und plötzlich wurde klar was bei mir – vielleicht von Anfang an – bekannte Symptome ausgelöst hatte: Eine Fehlbesiedlung im Dünndarm, inzwischen international umschrieben als SIBO.
Ich bestellte also einen Atemtest und einen Mikrobiomtest und mein Verdacht bestätigte sich: Klassische SIBO & IMO in Dünn- und Dickdarm; zugleich Pilzbefall und Dysbiose im Dickdarm. Stolz präsentierte ich dies meiner Gastroenterologin, doch diese tat es als „Hype“ ab, spulte nochmals das schulmedizinische Programm ab und verpasste mir nun die amtliche Diagnose Reizdarmsyndrom vom Schmerztyp. Behandlungsvorschlag? Du ahnst es sicher schon: Probiotika, FODMAP Diät und PPIs.
SIBO – und jetzt?
Zum ersten Mal in meinem Leben begann ich an der Schulmedizin zu Zweifeln, doch aufgrund meines Wunsches möglichst schnell die Schmerzen loszuwerden, entschied ich mich trotzdem für das Antibiotika-Prokoll, das ich im Internet ergoogelt hatte und mir vom Arztvater eines Freundes verschrieben ließ. Und siehe da: Meine jahrelangen Beschwerden verkümmerten…ich war sprachlos…und verfluchte die Batterie an Ärzt:innen, die mich bisher behandelt und verzweifeln hatten lassen.
Doch die Freude währte nicht allzu lange, denn die Symptome kehrten nach einigen Monaten zurück, erst zaghaft und dann mit einer Entourage. Noch ließ ich mich jedoch nicht unterkriegen, ich hatte in der Zwischenzeit nämlich weitere Informationen gesammelt und war bereit den Kampf erneut aufzunehmen. Mein Pragmatismus sagte: Die schulmedizinische Variante hatte versagt, also begann ich an der Ernährungsschraube zu drehen und (im Nachhinein betrachtet) wild Präparate in mich hineinzuschmeißen. Da mir die FODMAP-Diät nicht streng genug erschien, entschied ich mich für die Bi-Phasic-Diät. Da Kohlenhydrate bis dato jedoch weiterhin einen Großteil meiner Ernährung ausgemacht hatten, sank mein Gewicht plötzlich rapide ab. Trotz alledem war ich überzeugt davon, dass die fehlbesiedelten Bakterien und Archaeen weiterhin alles verstoffwechselten noch bevor es mein Dünndarm tun konnte und sah dies als Grund, weshalb keine Mahlzeit mehr an mir „dranblieb“. Ich wurde also noch strikter und versuchte ich es mit der Elemental Diet. Diese half jedoch nur kurzzeitig und die SIBO kehrte nach nur ein paar Wochen, bevor alles wieder zurückkam.
Inzwischen würde ich keine dieser Diäten ohne ernährungstherapeutische bzw. ärztliche Unterstützung wiederholen!
Nachdem ich nun zweimal gescheitert war, obwohl ich mich gewissenhaft an die Anleitungen gehalten hatte, schwand mein Aktivismus mit meinem Gewicht. Ich wurde schwach, depressiv und isolierte mich zusehends, schlief nicht mehr ohne Wärmflasche und brach jeden Tag mit Heulkrämpfen zusammen. Ich war weder Arbeits- noch alltagsfähig und wollte einfach nur noch ins Krankenhaus. Doch ich befürchtete, dass mich dort nur wieder kopfschüttelnde Ärzte und Aussichtslosigkeit erwartet hätten. An manchen Tagen wurden meine Gedanken sehr düster.
Gewusst wie schlecht es mir zu der Zeit ging, haben damals nur sehr wenige Menschen, denn ich war es leid meine Geschichte zu erzählen, bemitleidet zu werden und ohne wirkliche Hilfe wieder meinem Schicksal überlassen zu werden. Die die es wussten machten sich Sorgen, und ich wusste nicht wie lange ich noch so weitermachen konnte.
Die Kehrtwende
Dr. Gabriela Hoppe war meine Rettung, deren Podcast nach Monaten plötzlich in meinem Suchfenster auftauchte. Sie beschreibt SIBO als Folgeerscheinung von darunterliegenden tatsächlichen Ursachen(-erkrankungen) und Treibern, die so vielfältig wie jede Person sein können und ganzheitlich, sowie parallel angegangen werden müssen. Damals trafen auf mich Lebensmittelvergiftung, mehrmaliger Gebrauch von Antibiotika und PPIs, Ebstein-Barr-Virus, Allergien und Unverträglichkeiten, Stress, hormonelle Dysbalance, Pilze, Dysbiose, gestörte Peristaltik, Mikronährstoffmängel und Leaky Gut zu. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt trotz aller Recherche nicht verstanden, dass ein singulärer Fokus auf die Elimination der Fehlbesiedlung, nicht langfristig zum Ziel führen konnte. Plötzlich gab es wieder Hoffnung und einen Weg. Daraufhin begann die lange Suche nach Therapeuten, die meine persönliche Reise zur Gesundheit unterstützten.
Diese war alles andere als einfach, doch brachte mich jede:r meiner insgesamt sechs Behandler:innen zumindest einen kleinen Schritt weiter (eine Person war allerdings menschlich wirklich sehr unausgebildet). Der klassischen Schulmedizin wandte ich den Rücken zu, stattdessen folgten spezifische Diagnostik, gesunde ernährungstherapeutische Maßnahmen, ein Wechsel auf unbelastetes Wasser, mehrere Runden Phytotherapeutika gegen die Fehlbesiedlung und Pilze, unterstützende Mikronährstoff-Supplementierung, viszerale Osteopathie, die Entfernung meines Hormonstäbchens, Stressreduktion durch Job- und Lifestylewechsel und Psychotherapie. Letztere mag für manche erstaunlich klingen, obgleich ich doch selbst Therapeutin bin. An dieser Stelle möchte ich statt einer Erklärung eine Frage stellen:
Lehnt ein Allgemeinmediziner eine lebensverlängernde Operation ab, obwohl er sie braucht?
Was mir jedoch am meisten weiterhalf waren meine persönlichen Weiterbildungen zur erfahrenen Patientin, dann zur SIBO Expertin zur aktiven Kongress-Besucherin und schließlich zur ganzheitlichen Ernährungstherapeutin, mit denen ich meine Behandlung selbst mitsteuern konnte.
Mit jeder Lektion lernte ich mehr und mehr über den menschlichen Magen-Darm-Trakt und über die Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche, die ich bisher nur geringfügig verknüpft hatte. Ich begann meinen Körper wieder als meinen Freund zu erkennen, der mich trotz Überhäufung von Diagnosen und Mangelzuständen nicht im Stich gelassen hatte und immer tatkräftig weitergearbeitet hatte.
Natürlich waren nicht immer alle Behandler:innen begeistert von meinen Einwänden und Zusatzwünschen, doch durch gute Vorarbeit und Angabe von Quellen, konnte ich die meisten diagnostischen Tests durchführen lassen (und für die anderen Fälle gab es glücklicherweise freie Labore bzw. Kits zum nach Hause bestellen). Zudem checkte ich regelmäßig meinen Fortschritt durch FoodMarble, Labor-Atemgastests, Blut- und Stuhlbefunde und arbeitete mich schrittweise an eine 80-90% Verbesserung heran. Meine Ernährung habe ich komplett umgestellt (mit viel Obst und Gemüse) und mein Gewicht ist wieder da wo es hingehört.
Mein Ist-Zustand (Stand Feb. 2026)
Mein erster Atemtest ist nun knapp zwei Jahre her und es geht mir spürbar um ein Vielfaches besser, aber für eine vollständige Remission aller Ursachen ist es noch zu früh. Es gibt im Internet andere Berichtende, die von einer kompletten Heilung nach ähnlich kurzer Zeit sprechen und ich freue mich, wenn das tatsächlich der Fall ist. Meine Erkenntnis und Realität sind, dass mein fast lebenslanges Magen-Darm-Thema nicht in nur zwei Jahren komplett verschwinden kann und das ist auch okay so.
Mein Körper braucht noch mehr Zeit für die Regeneration des jahrelangen Mangelzustands und meine Psyche braucht noch mehr Zeit meiner neuen Lebenssituation zu vertrauen. Beide zeigen mir beizeiten durch verschiedene Symptome ziemlich genau, wenn sie Unterstützung brauchen (auch wenn ich nicht immer sofort darauf höre). So gibt es Phasen in denen ich zu 100% alles vertrage und dann andere in denen wieder Symptome auftreten. Meistens ist eine Stresskomponente oder eine Veränderung im Alltag der Auslöser. Glücklicherweise weiß ich inzwischen, wie ich damit umgehe und was mir wann hilft.
Mein Körper, insbesondere mein Immunsystem, benötigt weiterhin zusätzliche Nähr- und Baustoffe, jedoch werde ich im Vergleich zu anderen nur noch selten krank, friere nicht mehr so schnell und bin physisch stärker als zuvor. Für die Aufarbeitung noch offener Baustellen bin ich seit Kurzem bei einer funktionellen Ärztin in Behandlung.
Meiner Psyche geht es gut und ich bin mittlerweile dankbar für diesen Weckruf, der mich zu einer Expertin für mich selbst und diese Themen hat werden lassen.
Wenn du dich in dieser Geschichte gehört fühlst, teile Sie gerne mit anderen!
Wenn du Unterstützung suchst, werde Teil unserer SIBO-Selbsthilfegruppe oder kontaktiere mich für ein kostenloses Kennenlerngespräch. Mehr Infos dazu findest du auf meiner Webseite!
Nachwort
Meine SIBO Geschichte soll kein Mitleid erzeugen, denn sie ähnelt wahrscheinlich der von über 12 Mio. mit Reizdarmsyndrom diagnostizierten Menschen in Deutschland (plus das Vielfache der nicht-diagnostizierten), die (wie ich) lange keine Ansprechpartner:innen hatten und still gelitten haben bzw. zu lange nicht ernst genommen wurden.
Meine Geschichte soll stattdessen Mut machen, dass der lange Weg sich letztendlich lohnt und es tatsächliche Gründe für Probleme gibt, die man ganzheitlich angehen kann, wenn man gewillt ist selbst eine aktive Rolle einzunehmen und „dranzubleiben“.
Glücklicherweise habe ich über die letzten zwei Jahr erleben dürfen, dass immer mehr über SIBO gesprochen und geforscht wird. Auch meine Blogartikel zum SIBO Thema sind seit dem Launch meiner Website die am häufigsten aufgerufenen Seiten. Meine Hoffnung ist, dass Unterstützung schneller erreichbar wird und auch die Krankenkassen bald erkennen, dass eine SIBO Behandlung deutlich günstiger als die jahrzehntelange Symptombehandlung von Reizdarmpatient:innen! Ein erster Schritt in diese Richtung ist getan, da SIBO und Co. seit 2023 nun endlich anerkannte diagnostische Nummern im ICD-10 bekommen haben. Es wird also etwas passieren, da bin ich mir sicher, nur schade, dass es so viele Versuchskaninchen geben muss(te).
